10-10-2007 

Im Interview: Nico Hörmann

 

 

In Oklahoma City geht die Post ab / Einen Favoriten gibt es nicht /

Ein neuer Verband ist nicht zu Vorteil der Westernreiterei / Funktionäre sind gefordert.

 

Bei der FEI Europameisterschaft in Mooslarque war der gebürtige Hamburger Junge, Nico Hörmann, der erfolgreichste Deutsche Teilnehmer. Eine Goldmedaille im Mannschaftswettbewerb und Silber im Einzel lautete die stolze Bilanz. Ende November stehen nun im State Fair Park von Oklahoma City die Futurity der National Reining Horse Association (NRHA) und das World Reining Masters der Fèdèration Equestre Internationale (FEI) auf dem Programm. Neben dem Reiter von der Waterkant wird Grischa Ludwig die heimischen Farben vertreten. Mit dem Deutschen FN Reining Meister von 2005, Nico Hörmann, unterhielt sich Hans-Peter Viemann.

 

Der Traum eines jeden Westernreiters ist die Teilnahme an der Futurity in Oklahoma City. Was ist das Faszinierende an dieser Veranstaltung?

 

Hörmann: Die Veranstaltung in Oklahoma City ist nach den Weltreiterspielen der größte Event im Westernreiten. Zum Jahresende treffen sich dort alle führenden Nationen zur Futurity der NRHA und dem World Reining Masters der FEI. In der Metropole am North Canadian River wird mit Sicherheit die Post abgehen. Ich bin sicher, dass es ein Erlebnis sowohl für uns Reiter, der Züchter aber auch der großen Fangemeinden wird.

 

Welchen Vierbeiner sattelst du in Oklahoma City?

 

Hörmann: Die neunjährige Quarter Horse Stute Setting Off Sparks. Der Vierbeiner steht im Besitz der Engländerin Roseanne Sternberg und wird derzeit in den USA von einem der weltbesten Westernreiter, Shawn Flarida, trainiert und auf den Event vorbereitet. Übrigens: im Vorjahr siegte die Stute mit Rudi Kronsteiner in der Restricted Division des World Reining Masters.

 

Wer wird neben Dir die Reise nach Amerika antreten?

 

Hörmann: Nachdem zunächst der amtierende Deutsche Meister Emanuel Ernst nominiert war, wird jetzt Grischa Ludwig dabei sein. Soviel mir bekannt ist konnte Emanuel keinen passenden und entsprechend guten Vierbeiner finden, der ihm in Amerika zur Verfügung gestellt werden konnte.

 

Wie siehst du die Chancen der deutschen Teilnehmer im Mutterland des Westernreitsports?

 

Hörmann: Wenn es schon über den großen Teich geht, sollte man als Endziel auch den Sieg anstreben. Und ein Triumph in der Höhle des Löwen wäre das Allergrößte für einen Teilnehmer aus Good Old Germany. Doch auch ein Platz unter den, sagen wir, Besten fünf/sechs wäre schon OK.

 

Wem räumst du in Oklahoma City die größten Chancen ein?

 

Hörmann: Die US-Amerikaner und Kanadier schicken ohne Zweifel sehr gute Reiner nach Oklahoma City. Doch die Topreiter der beiden Nationen sind nicht am Start. So wie ich es sehe gibt es in diesem Jahr keinen Favoriten im klassischen Sinne. Deshalb werden wir auch nicht ganz chancenlos nach Amerika fliegen.

 

Zum Schluss zwei Fragen die zurzeit jedem Reitsportfreund, gleich welcher Couleur, auf der Zunge brennt. Warum muss schon wieder ein neuer Verband gegründet werden?

 

Hörmann: Diese Frage muss du den Leuten stellen, die das Ganze auf den Weg gebracht haben. Um eine Antwort möchte ich mich aber nicht drücken. Fakt ist meines Erachtens: jede Splitterung eines Vereins oder Verbandes gereicht nicht zum Vorteil der Reiterei. Es könnte sich auch schnell zum Nachteil der Sportart – Westernreiten – erweisen. Eine Tatsache ist allerdings auch, dass in den USA ebenfalls das Problem besteht den Spitzensport in den Verband zu intrigieren.

 

Wie könnte denn die Lösung aus Sicht des Spitzensportlers Nico Hörmann aussehen?

 

Hörmann: Zunächst einmal muss es das Ziel aller dem Westernreitsport wohl gesonnenen Personen sein, in Deutschland einen einzigen starken Verband zu haben. Und das geht nach meiner festen Überzeugung nur, wenn sich einige wenige, ich betone wenige, Funktionäre an einen Tisch setzen. Dann sollte die ganze Westernszene durchleuchtet werden und für die einzelnen Gruppierungen nur das Dienlichste und Vernünftigste erhalten bleiben. Allerdings müssen dann auch eigene Leute gewillt sein gegebenenfalls über ihren eigenen Schatten zuspringen.

 

Interview u. Foto: H.P. Viemann