07-09-2007

Die Story

Americana ist das Mekka des Westernreitsports in Europa - 22 Jahre konstante Arbeit gekrönt durch den Erfolg


Americana war und ist Drehscheibe und Motor der Szene

Die AMERICANA ist heute der bedeutendste Westernreit-Wettbewerb Europas und bietet zudem die größte Messe für den Freizeitreiter und Pferdefreund in diesem Bereich. Viel Arbeit und Einsatz von Horst Geier haben die Americana zu dem gemacht, was sie heute ist. Unter anderem nimmt sie in der weltweiten Statistik der National Reining Horse Association einen führenden Platz in der Liste der "Leading Reining Events" ein. Nicht zuletzt, weil in Augsburg eine der höchstdotierten Reining-Prüfungen der Offenen Klasse in der Welt ausgetragen wird. Die Americana ist das "Mekka des Westernreitens" in Europa. Diese Bezeichnung drückt nicht nur den sportlichen Stellenwert der Veranstaltung aus, sondern auch die Bedeutung der Americana für die Entwicklung des Westernreitens in Deutschland.

Doch wer steckte hinter dieser stürmischen Entwicklung dieser Veranstaltung? Wer erfand den Namen Americana? Und welche "Stolpersteine" mussten die jeweiligen Veranstalter überwinden?



1979 gab es die ersten Überlegungen


Nicht immer hieß die Europameisterschaft Americana. Das kam erst viel später. 1979 lernte Horst Geier, sportlicher Leiter der Americana, Michael Schaufele kennen. Schaufeles Vater war ein begeisterter Leichtathlet gewesen und hatte nach dem Krieg die erste Leichtathletik-Europameisterschaft, damals in Stuttgart, organisiert. Dieses Organisationstalent hatte sich vom Vater auf den Sohn übertragen, und so war Michael Schaufele spontan davon begeistert, mit der maßgeblichen Unterstützung durch Horst Geier eine Europameisterschaft im Westernreiten auf die Beine zu stellen, um das Westernreiten mehr publik zu machen und größere sportliche Anreize zu setzen.



Erste Veranstaltungen in der Aachener Soers


Grundgedanke schon damals war es, Wettbewerbe offen für Pferde aller Rassen und jeder Nationalität auszurichten, um einen echten Leistungsvergleich zu gewährleisten. Die Aachener Soers wurde als Schauplatz dieser ersten Europameisterschaft ausgesucht. Knapp 200 Pferde und doch immerhin rund 4.000 Zuschauer fanden den Weg in die Soers, um sich die Ritte der Teilnehmer aus der Schweiz, Österreich, Holland, Belgien, Frankreich und Deutschland anzusehen. Auch ein Starter aus Schweden war bereits dabei.

Zwei Jahre später hatten Michael Schaufele und auch Horst Geier keine Zeit, noch einmal die Organisation zu übernehmen. So sprang Karl-Heinz Manns ein. Die zweite EM wurde ebenfalls in Aachen ausgerichtet. Doch bei allen pferdegerechten Vorzügen der Aachener Soers zeigte diese berühmte Pferde-Hochburg doch auch ihre Grenzen auf. Das pferdesportgesättigte Publikum wollte das Westernreiten nicht den Erwartungen entsprechend gut annehmen.  So machte sich Horst Geier schon bald auf die Suche nach einem neuen Austragungsort.



Erster Test in München-Riem

Inzwischen war die Westernreitszene weiter vorangeschritten, andere Veranstalter versuchten sich quer durch Deutschland mit Turnieren. 1985 richtete Alexander Müller eine AQHA-Show in der Münchner Olympia-Reitanlage aus. Das Turnier hatte einen für damalige Verhältnisse ungewöhnlich guten Zuschauerzuspruch. Rund 8.000 Besucher füllten damals die Ränge. Um das Westernreiten einem breiteren Publikum vorzustellen, lag die Idee nahe, die Europameisterschaft nun ebenfalls nach München-Riem zu verlegen. Auch bot die süddeutsche Metropole den Vorteil, nahe an den Nachbarländern Österreich und Schweiz zu liegen.



Auf der Suche nach einem Namen

Durch die Größe, welche die Europameisterschaft nach den Vorstellungen der Veranstalter nun annehmen sollte, war aber auch klar, dass erhebliche Kosten entstehen würden. So wurde die Idee geboren, die Veranstaltung mit einer Messe zu ergänzen. Das "Kind" musste natürlich dann auch einen eigenen Namen bekommen. Bei einem Telefonat zwischen Horst Geier und Hardy Oelke Ende 1985 äußerte Hardy Oelke den Vorschlag "Americana". Dieser Titel begeisterte Horst Geier, verband er doch die erhoffte Verquickung von sportlichem Wettkampf und einer Ausstellung für Freizeit- und Westernreiter.



Erstmals die Italiener dabei

Über ein Jahr harte Arbeit kostete die erste Americana 1986 die drei verantwortlichen Veranstalter Horst Geier, Andreas Völz und Uli Vey, die damit auch ein nicht unerhebliches finanzielles Risiko eingingen, musste doch ein Finanzvolumen von immerhin 550.000 DM kostendeckend getragen werden. Fast 26.000 Zuschauer setzten tatsächlich einen neuen Meilenstein in der Geschichte dieser Veranstaltung. Die Zufahrtstraße zum Olympia-Reitgelände war an allen Tagen restlos verstopft. Erstmals waren auch aus Italien Top-Reiter dabei. Ricky Bordignon brachte beispielsweise das Publikum zum Toben, als er mit seinem "GoGo" gerufenen Quarter Horse-Hengst beim Barrel Race die Tonnen flach und in einer Geschwindigkeit umkurvte, wie man es bis dahin in Deutschland noch nicht gesehen hatte.

Doch finanziell kamen die drei Veranstalter nur mit einem blauen Auge davon. Mit einem ganz minimalen Plus gingen sie aus der Veranstaltung heraus. Ein Gewinn, der in keiner Weise ein Jahr Arbeit rechtfertigte. Uli Vey und Andreas Völz standen zwei Jahre später aber auch deshalb nicht mehr als Mitorganisatoren zur Verfügung, da diese nun beruflich vor entscheidenden Prüfungen standen.


Umzug innerhalb von München

Beflügelt von dem Erfolg sollte es aber mit der Americana weitergehen und Horst Geier machte sich Alexander Müller, der auch 1986 die Veranstaltung schon maßgeblich unterstützte, zu seinem Helfer
in Süddeutschland. Die beiden waren jetzt auf der Suche nach einer noch besseren und technisch moderneren Anlage, die man schließlich mit der Olympiahalle, nicht zu verwechseln mit der alten Olympia-Reitanlage, ebenfalls in München fand. Jetzt aber standen die Verantwortlichen schon vor einem Finanzvolumen von 1,2 Millionen DM. Eine Summe, die durch Privatpersonen kaum mehr abgedeckt werden konnte.

Auf der Suche nach einem Partner wurde Horst Geier mit der Veranstaltungsfirma Wörl und Partner fündig, die nun die Americana 1988 finanziell absicherte. Der sportliche Erfolg war phantastisch. Mit 7.500 Zuschauern war die Halle bei der Abendshow restlos ausverkauft. Erstmals gab es auch eine Bronze-Trophy-Reining im Rahmen der Americana und erstmals wurde ein Preisgeld in einer bis dahin unbekannten Gesamthöhe von 12.000 DM added in der Bronze Trophy Reining Open ausgeschüttet.



Große Anlage - weite Wege

Doch bei allem hatten die Veranstalter übersehen, dass die Olympia-Halle zwar beeindruckend war, die Rahmenbedingungen für die Teilnehmer jedoch äußerst ungünstig waren. Die Pferde mussten zum großen Teil in einer Tiefgarage eingestellt werden und die Wege auf dem Gelände waren so weit, dass Horst Geier sich noch heute bei jedem Teilnehmer für das nur geringe Murren bedankt. Auch gab es finanzielle Drahtseilakte durch die vielen baupolizeilichen Vorschriften. So durften z.B. aufgrund der speziellen Kunststoffdachkonstruktion der Olympiahalle, die sich dort befindenden Ausstellerboxen weder mit Sägemehl noch mit Stroh  eingestreut werden.
Die Boxen wurden mit weißem Sand eingestreut und das war von der Anfahrt und Entsorgung sehr
aufwendig.

Die Veranstaltung als solche aber bewies, dass man auf dem richtigen Weg war. Diese Americana brachte das Westernreiten in ganz Europa einen gewaltigen Schritt nach vorne. Nicht von ungefähr kommt es auch, dass alle Verbände ab dem Jahr 1988 von einem Boom in der Mitgliederentwicklung berichten können.



Umzug nach Augsburg

1989 entstand in Augsburg ein neues Messezentrum und folglich war man dort auf der Suche nach neuen Veranstaltungen. Horst Geier kam mit dem damaligen Geschäftsführer der Ausstellungs-gesellschaft Augsburg in Kontakt und rasch war man sich einig, in Augsburg die Americana 1990 auszurichten. Der Umzug nach Augsburg war perfekt.

Die Americana 1990 wurde bereits beim ersten Mal an diesem neuen Veranstaltungsort in Augsburg von 28.000 Western- und Freizeitreitern besucht.

Damit war die Americana auch für 1992 in Augsburg gesichert. 1991 übernahm die „AFAG. Messe- und Ausstellungsgesellschaft“, einer der größten privaten Messeveranstalter Deutschlands mit Hauptsitz in Wendelstein bei Nürnberg, die Veranstaltungen der Ausstellungsgesellschaft Augsburg und damit auch die Americana. Die Americana 1992 setzte den Aufwärtsschwung der vergangenen Veranstaltungen fort. Mit 36.000 Zuschauern wurde eine neue Rekordmarke erreicht. Diese Zahl ist auch durch Heiko Könicke, dem Geschäftsführer der AFAG und gleichzeitigem Vorsitzenden des Deutschen Messeverbandes, verbürgt und steht für verkaufte Eintrittskarten. Sportlich gingen 1992 trotz der inzwischen sehr starken italienischen Konkurrenz einige Titel nach Deutschland und auch dank Madeleine Häberlin an die Schweiz.



1994 weitere neue Rekordmarken

1994 wurden noch einmal rund 35 Prozent mehr Ausstellungsfläche verkauft. Herrn Grosse, der Projektleiter der AFAG für die Americana, leistete und leistet auch noch hervorragende Arbeit im Aufbau und Ausbau der Western- und Freizeitreiter Verkaufsmesse. Auch sportlich setzte die Americana `94 noch einmal neue Maßstäbe. Nie zuvor kämpfte eine solche Dichte an Ausnahmepferden und Top-Reitern aus 15 Nationen auf dem Kontinent. Kein Wunder, dass die Zuschauer dies zu würdigen wussten und erstmals über 40.000 Besucher kamen.


World-Championship wurde in Ausgburg entschieden

Die Bedeutung der Veranstaltung in 1994 wurde auch durch die Präsenz von Topreitern aus den USA unterstrichen. Rund fünf Prozent aller Teilnehmer kamen 1994 aus dem Mutterland des Westernreitens. Und ein weiteres wichtiges Debüt konnte gefeiert werden: Erstmals brachten Amerikaner für das Turnier ihre Pferde ausschließlich zum Showen mit, um sie nach getaner Arbeit wieder mit über den großen Teich zurückzunehmen. Für Jody Brainard und Craig Schmersal ging es dabei um den Gewinn der NRHA World Champion. Die beiden damaligen Spitzenreiter der Rangliste konnten es sich nicht erlauben, auf die höchstdotierte Reining der Welt im Rahmen der Americana zu verzichten. Tatsächlich dominierte Craig Schmersal mit Cee Blair Sailor die Offene Reining und gewann nicht nur die Prüfung, sondern maßgeblich durch den Sieg in Deutschland auch die World Championship. Jody Brainard wurde in Augsburg nach hartem Kampf mit Colonel Rey Lena Zweiter und so schließlich Reserve World-Champion.



Die Americana 1996

Das gesamte Angebot der Veranstaltung war noch größer und umfangreicher als in den Vorjahren, in denen sich die Americana bereits den Ruf als „Mekka des Westernreitsports“ erwarb.

Da die Americana grundsätzlich „world open“ ist, kamen auch in  diesem Jahr erneut zahlreiche Top-Trainer und -Reiter aus Übersee in die Schwabenhalle. Die Americana Bronze Trophy Reining Open wurde gewonnen von Rocky Dare (USA), der sich mit seinem Sieg auf der Americana auch den Titel des World Open Champions der NRHA sicherte.

Eine erweitete Messe mit nunmehr 140 Ausstellern für Freizeitreiter, Hobby-Cowboys und Pferde-freunde aller Art bot ein umfassendes Informations- und Kaufangebot.



1998 ein spektakulärer Ritt von Jeff Kasten

Wiederum fand im Rahmen einer der Americana-Abendveranstaltungen das Finale in der von der  NRHA USA anerkannten Bronze Trophy Reining statt. Die Schwabenhalle war  bis auf den letzten Platz mit fast 5.000 Zuschauern gefüllt. Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als Jeff Kasten den Quarter Horse Hengst „He Is a German Melody“ vorstellte. Mit einem phänomenalen Ritt, bei dem der Hengst in einer Haltung ging, die viele Zuschauer in Europa zuvor noch nicht gesehen hatten, gewann Jeff Kasten die NRHA Bronze Trophy Reining und sicherte sich damit ebenfalls den Titel des NRHA World Champions 1998.  Die damaligen Besitzer Petra und Lutz Leckebusch ließen den Hengst in den USA von Jeff Kasten ausbilden, der mit ihm in USA die Limited Open der NRHA Futurity in Oklahoma City gewann.

Die Verkaufsausstellung der Americana war 1998 wiederum größer geworden. Neu hinzu kam das Western Forum. In einem gesonderten Ring gaben erstmals erfolgreiche Trainer Auskunft über ihre Trainingsmethoden und vermittelten Ratschläge zu speziellen Disziplinen. Das Forum wurde vom Publikum so begeistert angenommen, dass umgehend für die Americana 2000 eine Erweiterung geplant wurde.

Neben den sportlichen Wettbewerben und der großen Verkaufsausstellung bot die Americana den Besuchern weitere Top-Unterhaltung in der Westerntown, dem Saloon und dem Festzelt. Country
Musik live war ebenfalls erneut stark angesagt.


Deutsche Teilnehmer erringen 2000 wichtige Siege


Grischa Ludwig gewann bei der Americana im Jahr 2000 mit dem Quarter Horse Hengst „As Smart As Charley“ als erster deutscher Reiter die hochdotierte NRHA Open Bronze Trophy Reining und belegte dadurch in der Reining-Weltrangliste dieses Jahres den vierten Rang.

Einen großen Erfolg mit seinem Sieg in der European Championship Klasse „Cutting Open“ gelang Hans Kuhn jun. mit seinem Quarter Horse Hengst „San Tari Peppy“ . Die Cutting- und die Working Cow Horse-Klassen wurden insgesamt noch stärker. Fast 60 Teilnehmer starteten in der Open Cutting Klasse – eine enorme Konkurrenz auf dem Weg zum Champion.



Ein Italiener gewinnt die erste Cow Horse Futurity der ERCHA


Eugenio Latorre gewann mit seinem Quarter Horse Hengst „Dutch Peppy Flash“ die Cow Horse Futurity bei der Americana 2000. Diese wurde in diesem Jahr erstmals ausgeschrieben. Ein Preisgeld von 25.000,- DM add. wurde an die Sieger und Platzierten ausbezahlt. Die Futurity, die im Rahmen der Abendshow „Cow Horse Night“ ausgetragen wurde, war eine genauso spannende Abendveranstaltung wie die „Reining Night“.



Abreiteplatz wurde in die Halle verlegt


Auch im Jahr 2000 wurde erstmals der Abreiteplatz in die Halle 2 verlegt, angrenzend zur Hauptarena in der Halle 1. In der gleichen Halle befinden sich seit dem Jahr 2000 auch die Ausstellungs-Boxen für Trainer und Züchter sowie die Stände der Verbände. Eine sehr ansprechende Halle speziell auch für die Besucher.

Bei den Besuchern wurde die magische Zahl von 50.000 erreicht - und ein Preisgeld von fast 300.000 DM wird an die Sieger und Platzierten ausgezahlt.



Die Americana 2002

Über 44.000 Besucher aus aller Welt strömten zur Americana 2002 ins Messezentrum Augsburg. Abgesehen von vor zwei Jahren, als die Americana zusätzlich auf einen Brücken- und einen Feiertag fiel, war dies das beste Ergebnis seit Bestehen der Veranstaltung.

Die Americana unterstrich auch im Jahr 2002 einmal mehr, die Marke der Branche zu sein. Horst Geier: „Es ist die einzige Veranstaltung, die Westernreit-Spitzensport, Messe und Unterhaltung so ideal miteinander verbindet, entsprechend viele Besucher anspricht und auch begeistert“.

Nicht zu vergessen auch diese Zahl: Mehr als 240 Aussteller machten die Americana auch in diesem Sinne erneut zu einem Event. AFAG-Projektleiter Harald Grosse meinte nach dieser Veranstaltung: „Uns ist wieder die kraftvolle Mischung aus hochkarätigem Sport, einer messeähnlichen Fachausstellung und des besonderen Ambientes gelungen – und genau das ist der Charakter der Americana, der diese Veranstaltung in Europa so einzigartig macht.“



Aussteller mit Ergebnis sehr zufrieden

Bei einer repräsentativen Ausstellerbefragung bewerteten neun Prozent ihren geschäftlichen Erfolg bei der Americana 2002 als „sehr gut“, 37 Prozent als „gut“, 34 Prozent waren zufrieden. Neun Prozent gaben an, bessere Geschäfte als bei der Vorveranstaltung gemacht zu haben. Grosse: „Nichts ist schöner für eine Messegesellschaft, als zufriedene Aussteller zu haben. Und das sind sie. Die Aussteller sagen, die Americana ist ein „Muss“ – und genau so soll es bleiben.“



Riesiger Andrang beim Western-Forum

Der Run auf das Western-Forum, wo Spezialisten der Westernreitszene wertvolle Trainingstipps gaben, war auch in diesem Jahr gigantisch. Die Besucher nutzten ausgiebig die Möglichkeit, vom Wissen der sich darstellenden 17 Top-Trainer und Pferde-Kenner zu profitieren. Wer die vielen nützlichen Informationen in Ruhe verarbeiten wollte, fand auf dem Messe-Gelände ausgiebig Möglichkeiten zur abwechslungsreichen Unterhaltung: Country-Musik vom Feinsten in den Messe-Hallen und bei den großen Party-Events oder eine kräftige körperliche Stärkung in der Western-Town und speziell im überaus beliebten Red Grizzly Saloon mit seinem einzigartigem Ambiente.



24 sportliche Entscheidungen mit Reitern aus 14 Nationen

Beim Sport wurden insgesamt in 24 Wettbewerben die Sieger ermittelt. In 16 Disziplinen ging es zum elften Mal um den Titel des Europameisters. Insgesamt traten 360 Reiter aus 14 Nationen mit über 400 Pferden an. Horst Geier meinte: „Besonders freut mich, dass die Leistungsdichte in Europa immer mehr zusammenrückt. Die Finalfelder waren gegenüber den Vorjahren zumeist mit Reitern aus vielen Nationen besetzt.“



i-Tüpfelchen war die starke Präsenz der Reiter aus den USA


Der gezeigte Sport war erneut großartig und fand sein i-Tüpfelchen neben der Präsenz der Top-Reiter Europas in der großen Zahl der Reiter aus den USA. Erneut war die „Königsdisziplin“ des Westernreitens, die Reining, bei der Americana mit dem weltweit höchsten Preisgeld ausgeschrieben worden. Fast 40.000 Euro wurden hier ausgeschüttet. Sicherlich war der Auftritt von Dell Hendricks einer der absoluten Höhepunkte der Americana 2002. Der als Topfavorit gehandelte Texaner gewann mit seinem Quarter Horse-Hengst Broadmoor die NRHA Bronze Trophy Open Reining.



1.500 Tonnen Sand ideal hergerichtet

Mit 1.500 Tonnen Sand und noch mehr Know how wurde die 27,5x65 Meter große Arena in der Schwabenhalle ideal hergerichtet, so dass die Teilnehmer wie bereits vielfach bestätigt ideale Bedingungen beim „Mekka des europäischen Westernreitsports“ vorfanden.

Deutschland baute bei der Europameisterschaft seine Vormachtstellung aus. Im Medaillenspiegel der Europameisterschafts-Disziplinen kam das Gastgeberland auf sechs Goldmedaillen. Zwei Jahre zuvor waren es fünf. Italien blieb zwar in dieser Statistik auf dem zweiten Rang, kam aber gegenüber den fünf ersten Plätzen im Jahr 2000 jetzt auf „nur“ zwei. Österreich bleibt Dritter mit ebenfalls zwei Goldmedaillen. Neu in der Statistik der ersten drei Ränge taucht Ungarn auf. Fünftbeste Nation blieb wie 2000 die Schweiz.



Erlesenes Starterfeld bei der Bronze Tropy Reining Open

42 Reiter traten an zum mit großer Spannung erwarteten Vorlauf der NRHA Bronze Trophy Reining Open an. 39.390,75 Euro Preisgeld waren zu vergeben. Das war ein derart großer Batzen, dass dieser Lauf bei der Americana auch entscheidenden Einfluss auf die World-Champion-Ship-Wertung hatte. Entsprechend Americana-gewohnt war das Starterfeld erlesen: Zum einen vertreten mit der kompletten Elite aus Europa - angeführt vom frischgebackenen Futurity-Champion Andrea Fappani, der Ricochet Rooster vorstellte. Der fünfjährige bayfarbene Quarter-Hengst bringt die Empfehlung des NRHA Futurity Reserve Champions des Jahres 2000 mit nach Augsburg. Andrea Fappani ist gebürtiger Italiener und hatte zu diesem Zeitpunkt seit kurzem zudem die amerikanische Staatsbürgerschaft.


Dell Hendricks in Augsburg auf dem Weg zum World Champion?

Ein anderer Superstar der Americana 2002 war der Amerikaner Dell Hendricks, der bereits zu diesem Zeitpunkt fast 600.000 Dollar Preisgeld in seiner Karriere verdient hatte. Hendricks, im Jahr 1999 Futurity-Sieger mit Hollywood Vintage, hatte sich für dieses Jahr fest vorgenommen, NRHA World Champion in der Open zu werden: „We decided that Broadmoor should try for the NRHA Open World Championship. The plan is to show him at the big open reinings in the United States the first part of the year, then send him overseas for the big open Americana-event in late summer“, meinte er bereits im Winter vor der Americana 2002.

Die Voraussetzungen zum herausragenden Gesamterfolg waren denkbar günstig: vor der Americana lag er an zweiter Stelle in der Zwischenwertung – und sein Pferd war eine „Granate“: Der sechsjährige Quarter-Hengst Broadmoor feierte im Jahr 2001 seinen bis dahin größten Erfolg, als er unter Dell Hendricks bei der AQHA World Champion in der Junior Reining wurde. Seinen Siegeszug im Jahr 2002 startete Broadmoor - ein Smart Chic Olena-Sohn aus der Bar J Jackie - übrigens gleich mit einem 147-Score bei der Fort Worth Stock Show.



Die Entscheidung in der Bronze Trophy Open Reining

Pattern 5 war für die Entscheidung in der NRHA Bronze Trophy Reining Open ausgesucht worden. 17 Starter traten am 12. September 2002 zum Finale an. Allein über 9.000 Euro und die Lawson-Trophy warteten auf den Sieger. Das Starterfeld war erlesen. Reiter aus sechs Nationen mit Pferden aus vier Ländern – elf Pferde stammten aus italienischem Besitz – traten an.



Top-Score für den Top-Favoriten Dell Hendricks

Wie erwartet gewann Dell Hendricks aus den USA mit Broadmoor diese Reining. Sein Ritt: Fehlerfrei und in jedem Manöver mit Plus honoriert. Begeisterung weckten vor allem seinen flachen und exzellenten Spins. Und dann die Belohnung: Neuer Topscore mit 227 Punkten. Das war der Sieg in der Americana Bronze Trophy 2002!

Dell Hendricks also nahm Platz ein in der Americana-„Ahnengalerie“ in der Bronze Trophy Open. Nach Craig Schmersal mit Cee Blair Sailor im Jahr 1994, Don Boyd mit Peppy Duck And Tuck im Jahr 1996, Jeff Kasten mit Heza German Melody im Jahr 1998 und Grischa Ludwig mit As Smart As Charley vor zwei Jahren war es nun also wieder ein Amerikaner, der die Bronze Trophy in Augsburg gewann.


Hendricks: „Die Americana ist eine großartige Show“

Der 34-jährige Dell Hendricks war nach seinem Sieg überglücklich. „Ich bin stolz auf Broadmoor.  Er hat alles gegeben. Ich versuche, mit ihm in diesem Jahr World Champion zu werden. Deswegen hatten wir bis Mai die großen Shows in den USA geritten und ihn dann zur Americana gemeldet. Das Preisgeld hier ist gewaltig. Aber nicht nur das: Die Americana ist eine großartige Show. Und ich bin wirklich überrascht, wie viele Zuschauer es hier gibt. Das ist toll. Ich bin davon beeindruckt und über meinen Sieg einfach nur glücklich.“



Grischa Ludwig wird Reined Cow Horse Futurity-Champion

Mit FF Play My CD zeigte Grischa Ludwig in der 3. Reined Cow Horse Futurity  exzellente Leistungen. Völlig verdient wurde er der Champion! Den zweiten Platz eroberte Riccardo Nicolazzi mit dem Paint Pammer. Den dritten Platz in der Gesamtwertung teilten sich Markus Schöpfer und James Anderson.


Albert Rolwing gewinnt das Masters Cutting

m Finale des Masters Cutting musste Gianluca Munarini mit Acres Of Time nach einer starken Vorstellung im Go einem Konkurrenten den Vortritt lassen. Der Vorlaufs-Beste legte zwar gleich als erster Starter im Finale eine 146 vor. Es reichte aber „nur“ zum zweiten Rang. Denn der Amerikaner Albert Rolwing scorte mit Holi Gold Zan eine 147,5.

Der ebenfalls bei dieser Americana sehr erfolgreiche Cutter Hans Kuhn jun. bezeichnete am Ende der Veranstaltung die Americana-Cutting-Entscheidungen schlicht als „die wichtigsten, best besetzten und bedeutendsten Cutting-Wettbewerbe“.



Erstmals die ungarische Hymne bei der Americana

Schon im Vorlauf hätte er die beste Zeit gehabt, hätte er nicht im Go gleich zwei Stangen umgerissen. Im Finale des Pole Bending aber blieb der Parcours heil – und seine reine Rennzeit wusste er gegenüber dem Go noch einmal um rund zwei Sekunden zu steigern. Und damit war es soweit: Erstmals erklang bei der Americana die ungarische Nationalhymne. In 22,66 Sekunden wurde Attila Kastely auf dem Paint CD neuer Europameister beim Pole Bending. Etwas Glück gehörte dazu: Ausgerechnet die letzte Stange wackelte bedenklich – und Attila Kastely schaute auch im vollen Galopp zurück zur Ziellinie noch ängstlich zurück – doch letztlich blieb alles in seiner Verankerung.



Krönender Abschluss der Americana 2002

Krönender Abschluss der Americana 2002 war die Mannschafts-Europameisterschaft im Cutting. Zwei bis drei Reiter bildeten ein Team, wobei es bei drei Startern ein Streichergebnis war. Jede Mannschaft musste mindestens einen Open- und einen Non-Pro-Reiter stellen. Das Publikum war begeistert – und speziell für die Fans der deutschen Farben Grund zum Jubeln. Denn das deutsche Team mit Uwe Röschmann, Ute Holm und Jürgen Döring gewann Gold. Insgesamt 293,5 Punkte holte das deutsche Team. Vize-Mannschaftsmeister wurde Österreich mit 288,5 Punkten. Zum österreichischen Team gehörten Gerold Dautzenberg, der zwei Pferde vorstellte, sowie Janos Horvat. Mit 288 Punkten holten gleich zwei Mannschaften Bronze: Frankreich mit Daniel Harache, Jacky Hirschauer und Florence Harache sowie die Niederlande mit den Kaderreitern Brent Gubbels und Paul Derrez. Fünfter wurde die Schweiz (287) vor Belgien (282) und den USA (274,5).



 „Mister Americana“ erhält Unterstützung

Horst Geier freute sich, zur Americana 2002 Joachim Bochmann als seinen Stellvertreter in die Organisation einbinden zu können. Der Duisburger zeigte gleich großen Einsatz und leitete den sportlichen Ablauf während der Veranstaltung. Mit Meike Grefe konnte eine hervorragende junge Dame für die Meldestelle gewonnen werden. Maurizio Di Simone wurde in diesem Jahr Repräsentant für die Americana in Italien. Mit diesen Fachleuten und weiteren 47 freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern stand einmal mehr der Americana ein überaus erfolgreiches Team zur Verfügung


Weitere Verbesserungen bei der Americana 2004

Zur Americana 2004 wurde die Hauptarena in der Augsburger Schwabenhalle auf das internationale Standardmaß von 30 Metern in der Breite vergrößert. Damit war vor allem ein noch besserer Sport in den Disziplinen Reining und Cutting möglich. Zudem erhielten die Cutter erstmals die Möglichkeit, sich in der Halle 2 in einem „practice pen“ auf ihre Darbietungen gezielt vorzubereiten.


 „Masters“ in Pleasure und Trail

Neben der offiziellen Europameisterschaft der European Cutting Horse Association sowie der European Reined Cow Horse Association und der NRHA-USA-approved Bronze Trophy Reining setzte sich die Americana aber auch für den Ausbau der anderen offenen Klassen erfolgreich ein. So wurde für die Anhänger des Pleasure-Sports neu eine „Masters Pleasure“ angeboten, die zusätzlich zu den bereits bekannten EM-Disziplinen für Junior- und Senior-Pferde eine weitere Möglichkeit bot, die Pleasure in Vollendung zu präsentieren und attraktive Sach- und Geldpreise inklusive des Titels „Americana Champion Masters Pleasure 2004“ zu gewinnen. Und auch für die Trail-Spezialisten gab es erstmals eine Masters-Entscheidung. Die Masters-Pleasure gewann Barbara Cumiolo auf Hot As I Wanna Be und im Masters-Trail setzte sich die Österreicherin Iris Oplusstil auf Masters Mystique durch. Der Trail war mit einem Preisgeld von 6.000 Euro added wohl übrigens auch der höstdotierte Trail, der jemals in Europa ausgetragen wurde.

Kein Wunder, dass bei dem erneut so attraktiven Programm der Americana 42.200 Besucher sich dieses Ereignis nicht entgehen ließen. Und 130 internationale Journalisten berichteten aus Ausgburg über die Americana, bei der im Jahr 2004 410 Sportler aus 15 Nationen in 25 verschiedenen Disziplinen um ein Preisgeld von mehr als 130.000 Euro antraten.



Trainer von Michael Schumacher gewinnt die Reining

Als absoluter Höhepunkt der sportlichen Wettbewerbe wurde der Sieg von Martin Larcombe in der Bronze Trophy Open Reining gefeiert. Auf Arc Oak Enterprise sicherte sich der Australier diesen bedeutenden Sieg, der mittlerweile übrigens auch Trainer des Formel-1-Helden Michael Schumacher und seiner Frau Corinna ist. Mit seinem Sieg bei der Americana setzte er seine imposante Erfolgsbilanz konsequent fort, denn Martin Larcombe wurde in diesem Jahr auch dank seines Sieges in Deutschland NRHA World Champion 2004. In Augsburg setzte sich Larcombe übrigens gegen den US-Amerikaner Shawn Flarida durch – ein weiterer „Held“ der Szene. Flarida gewann übrigens im Jahr 2005 die NRHA-Futurity bereits zum dritten Mal. Flarida stellte bei der Americana As Smart As Charley vor, der anschließend in einer erinnerungswürdigen Inszenierung vom Turniersport verabschiedet wurde.



„Die Americana ist unsere Tour de France“

„Bei der Americana zu siegen, das ist einfach das Größte – das ist mit nicht zu vergleichen“, meinte Deutschlands Westernreitstar Grischa Ludwig und zog dann doch einen Vergleich zur Bedeutung der Americana, indem er sie als die „Tour de France“ der Westernreiter bezeichnete. Immerhin wird dieses Event nach den Olympischen Spielen und der Fußball-Weltmeisterschaft als drittgrößtes Sportereignis der Welt betrachtet. Der Baden-Württemberger konnte das Glücksgefühl über einen Sieg bei der Americana gleich zwei Mal auskosten: Er gewann sowohl die Reining-Futurity auf dem vierjährigen Quarter-Hengst Great Red Whiz als auch die Working Cowhorse Open (mit FF Play My CD). Das Grischa Ludwig zudem ein großes Talent für Unterhaltung hat, bewies er in der Abendshow, als er gemeinsam mit der Voltigier-Weltmeisterin Nadja Zülow das Publikum als „Pferdetänzer“ begeisterte.



Markus Schöpfer dominiert die Reined Cow Horse Futurity

Einen großen Erfolg landete der Italiener Markus Schöpfer. Er gewann die Reined Cow Horse Futurity und strich zudem hier auch den zweiten Rang ein. Mit dem vierjährigen Quarter-Hengst Remilore holte er mit begeisternden Vorstellungen in dieser Vielseitigkeitsprüfung für „Rinderpferde“ 440 Punkte.

Den Zuschauern wurde aber auch erneut ein wahres „Cutting-Fest“ geboten. In dieser Disziplin gewann die bedeutendste Prüfung der Italiener Gianluca Munarini auf MR Pepto Fletch. Im entscheidenden Finale holte er sensationelle 150 Punkte. Beste Deutsche wurde in dieser Prüfung Ute Holm, die Dritter wurde.

Ein riesiger Erfolg war auch einmal mehr die internationale Messe, bei der sich 249 Aussteller präsentierten.



Wieder 42.000 Besucher bei der Americana 2006


Die Americana 2006 bewies einmal mehr, dass diese Veranstaltung die Messlatte der europäischen Westernreitveranstaltungen ist. 42.000 Besucher verfolgten an fünf Tagen das „Mekka des Westernreitens“ im Messezentrum Augsburg. Die rund 350 Teilnehmer aus 15 Nationen zeigten bei der 13. Auflage der Americana den aktuellen Stand des Sports auf diesem Kontinent und darüber hinaus – und der war verdammt hoch. Neben dem sportlichen Angebot mit 28 Wettbewerben erfreuten sich die Gäste an der internationalen Messe mit 240 Ausstellern, dem Western-Forum mit den Stars der Szene und natürlich auch an der tollen Unterhaltung von den Abendshows über den Red Grizzly Saloon bis hin zur Country Musik.

Erstmals bei der Americana dabei waren im Jahr 2006 auch Reiter aus Brasilien. In 28 Wettbewerben – davon 14 Europameisterschafts-Entscheidungen – wurde um insgesamt fast 150.000 Euro Preisgeld gekämpft. Die Ritte wurden von den Richtern Allan Mitchels, Robert Fanning und Bobby Harrison (alle USA) sowie Janette Steffl aus Italien bewertet.



Martin Larcombe wiederholt seinen Sieg in der Bronze Trophy Open


Den größten Einzelposten des Gewinngeldes strich sich der Australier Martin Larcombe ein. Der Australier gewann wie bereits bei der Americana 2004 die Bronze Trophy Open Reining. Der Trainer von Corinna und Michael Schumacher erhielt für seine Vorstellung auf dem siebenjährigen Quarter Horse-Hengst Red Chic Peppy knapp 9.200 Euro. Gesamt kamen allein in dieser Prüfung fast 40.000 Euro zur Ausschüttung. Mit seinem Sieg in Augsburg baute Larcombe zugleich seine Führung in der aktuellen Weltrangliste des Reining-Sport aus. Auch bei den beiden anderen wichtigsten Entscheidungen wiederholten die siegreichen Reiter der Americana 2004 ihren Erfolg: Das Cutting gewann der Italiener Gianluca Munarini auf Starlight Elan und die Vielseitigkeitsprüfung für ein „Rinderpferd“, die Reined Cow Horse Futurity, entschied der Turiner Markus Schöpfer auf BBR Perfect Timin für sich. Markus Schöpfer war in diesem Jahr auch das Plakatmotiv der Americana 2006. Ingesamt waren über 400 Rinder im Einsatz.

Die sportliche Leitung zeigte sich am Ende der Veranstaltung hochzufrieden. Horst Geier und Joachim Bochmann: „Die Americana war erneut Top und ist unangefochten die Meßlatte Europas für Westernreitveranstaltungen. Die Begeisterung des Publikums zeigte, dass zudem unser Konzept unverändert sehr gut ankommt. Die Zuschauer wissen unser umfangreiches Programm zu schätzen.“ Ein Konzept, das neben Bewährtem dennoch ständig mit Neuerungen aufwartet. In diesem Jahr stieß etwa die erstmals ausgetragene Hengstsprungversteigerung von 20 der besten Vererber auf ein riesiges Interesse: Auktionator Johannes Orgeldinger hatte keine Mühe, alle 20 Hengstsprünge meistbietend unter den Hammer zu bringen.



Journalisten aus aller Welt und erstmals live im Internet

Die Americana stieß erneut auf ein sehr großes Medieninteresse. Fast 120 Journalisten, darunter auch die Fachpresse etwa aus den USA, Italien und Ungarn, kamen nach Augsburg, um über die Americana zu berichten. Unter anderem waren Tonya Garrison vom American Quarter Horse Journal, Giancarlo Doardo vom Reiner Italien und Gerda Langer von der Western News Österreich vor Ort. Auch im Internet war das Echo enorm: Erstmals wurden die Wettbewerbe der Americana vom auch live übertragen. Dies nutzten viele Daheimgebliebene: Die Live-Übertragung verzeichnete rund 35.000 Clicks. Die Zahl der Zugriffe auf die Americana-Homepage (www.americana.de) ließ beinahe den Server zusammenbrechen.



Kim Sloane, Leornardo Arcese und APHA-Präsident zu Gast

Auch jede Menge Fachprominenz war vor Ort: Neben den Vertretern sämtlicher deutschen Verbände etwa die Präsidenten und Vizepräsidenten der großen internationalen Verbände vor Ort, darunter NRHA Vize-Präsident Kim Sloane, ERCHA-Präsident Leonardo Arcese und APHA Präsident Carl Parker und Executive Director Lex Smirthwaite.



Minister Miller: Americana so bedeutend wie die WM

Ebenfalls begeistert zeigten sich die politischen Vertreter. Die Americana wurde besucht von Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller, Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Paul Wengert und Isabella Cascarano, Konsulin und Leiterin der Handelsabteilung im Generalkonsulat der Vereinigten Staaten von Amerika in München.
Aussteller: Americana im Vergleich zu anderen Reitmessen Umsatzsieger

Während andere renommierte Reitsportveranstaltungen im Jahr 2006 mit Besucher- und damit verbunden Umsatzrückgängen für die Aussteller zu kämpfen hatten, konnte die Americana auch 2006 wieder punkten. Vor allem von den neuen Ausstellern gab es viel Lob, einen derartigen Besucheransturm hatten sie bislang noch nicht erlebt. Zahlreiche Aussteller sprechen von spürbar mehr Neukunden als in früheren Jahren. Und nahezu unisono war zu hören: „Die Americana ist die letzte Messe, auf die wir verzichten würden.“
Stadtsparkasse muss Geldautomaten ständig nachfüllen
Dass hier sehr viel Geld die Besitzer wechselte, konnte auch die Stadtsparkasse Augsburg bestätigen, die mehrmals auch am Wochenende in die Messe kam, um die leeren Geldautomaten wieder zu füllen. Und dass, obwohl der bargeldlose Zahlungsverkehr auch auf Messen zunehmend Einzug hält.
Prima Geschäfte gemacht
Auch die repräsentative Befragung der Aussteller spiegelt diese durchwegs positive Stimmung wider. Sie erbrachte in den wesentlichen  Kriterien noch bessere Ergebnisse, als vor zwei Jahren: So bewertete über die Hälfte der Firmen, nämlich 54%  (2004: 39%) ihren geschäftlichen Erfolg als „sehr gut“ oder „gut“, 36% waren „zufrieden“. Immerhin 16% (2004: 11%) freuten sich über bessere Geschäfte als vor zwei Jahren. Auf die Frage nach der Wiederbeteiligung an der Americana 08 antworteten 71% mit „ja“, 29% konnten noch keine verbindliche Auskunft geben.
Ganz Augsburg hatte keine Chicken Wings mehr
Wie immer bei großen, internationalen Messen profitierte auch die Region, vor allem die Hotellerie und Gastronomie: An die 30.000 Übernachtungen schrieb die Regio Augsburg Tourismus GmbH der AMERICANA zu. Grund zur Freude hatten wie immer auch Dienstleister wie Messebauer, Caterer oder Taxiunternehmen. Und der Lebensmittelgroßhandel:  In ganz Augsburg waren amerikanische Klassiker wie Chicken Wings oder Farmersalat ausverkauft. Im Red Grizzly Saloon waren während der AMERICANA tausende Portionen verdrückt worden.

Die sportlichen Highlights der Americana 2006 wurden in drei Abendshows angeboten, „garniert“ mit teils spektakulären Showeinlagen. Die Namen der Galas waren Programm: „Run of the Stars – Reining at it’s best“ und „Cow Horse Festival“.  



Ricky Bordignon seit 20 Jahren bei der Americana

Den spektakulärsten Auftritt bei den Abendshows lieferte der mehrfache Weltrekordler im Motorradweitsprung, Tony Rossberger. Mit seiner Maschine hatte er allerdings nicht nur eine Pferdestärke unter dem Sattel. Mit einem gewaltigen Satz über eine Rampe sprang er aus dem Nichts in die Arena und zeigte weitere waghalsige Manöver, dass der Sand nur so zur Seite spritzte. Aber was wäre diese Nummer ohne einen vierbeinigen Part gewesen? Ricky Bordignon stellte sich der Herausforderung und ritt mit einem PS in die Arena. In einem Barrel Race maßen die beiden ihre Kräfte, das um zwei Sekunden zugunsten der Motocross-Maschine ausging. Ricky wurde nur knapp geschlagen, war aber trotzdem bei weitem kein Verlierer, wurde er doch geehrt für höchste Americana-Treue: Seit 20 Jahren, also von Beginn an, war er als Teilnehmer auf der Americana dabei! In vielen Disziplinen war er schon erfolgreich, von Western Pleasure über Reining bis hin zum Barrel Race. Herzlich Willkommen auch in den nächsten Jahren!



Jacs On Top als „Americana Reining Horse 2006“ geehrt

Nicht nur Zweibeiner, sondern auch besonders herausragende Vierbeiner wurden im würdigen Rahmen der Abendshows und im Scheinwerferlicht geehrt. „Americana Reining Horse 2006“ – mit diesem Titel wurde eine große Sportlerkarriere ausgezeichnet. Viermal in Folge, von 1998 bis 2004, lief der Quarter Horse-Hengst Jacs On Top hier im Finale der Bronze Trophy Reining Open.. Mit großem Applaus verließ Jacs On Top die Arena.



Kelly Zweifel und Master Snapper ein purer Genuss

Ein weiteres Ausnahmepferd trat bei der Americana zum letzten Mal und dies ungeschlagen in der Showarena auf: Master Snapper, amtierender Derby Champion mit dem höchsten in dieser Prüfung je errittenen Score von 232 und einziges in Europa gezogenes und trainiertes Pferd, dass in den USA eine der prestigeträchtigsten Klassen gewinnen konnte, verabschiedete sich unter seiner Starreiterin Kelly Zweifel im Scheinwerferlicht von seinen Fans.



Milchschlacht mit Grischa Ludwig und Nico Hörmann

Einmal mehr ließen es sich Grischa Ludwig und Nico Hörmann  nicht nehmen, dem abendlichen Programm eine besondere Note zu geben. Dass die beiden für jeden Spass zu haben sind, bewiesen sie schon vor zwei Jahren – damals gaben sie eine unvergessene Voltigierkür zum Besten. Dieses Mal hieß es „Auf zum Melk-Race!“. Mit zwei Reitern von Pullmann City maßen sich Nico und Grischa im Milchtransport. Es endete mit viel Spaß in einer wahren „Milchschlacht“.



Fünf Bronze Trophies vergeben

Erstmals wurden bei der Americana fünf Bronze Trophies vergeben. Dazu „Mister Americana“ Horst Geier: „Erstmals waren alle NRHA-Wettbewerbe der Americana USA-approved – also auch etwa die beiden Freestyle-Prüfungen. Das ist bei den Reitern sehr gut angekommen.“ Joachim Bochmann von der sportlichen Leitung ergänzte: „Unser Wunsch ist es, die Reining-Futurities und -Derbies noch weiter auszubauen. Derzeit trauen sich einige der Amateure und Besitzer der jungen Pferde noch nicht auf unsere Großveranstaltung. Wir hätten aber gerne alle Besten – eben auch der Amateure – bei uns.“

Die Reined Cow Horse Futurity ist mittlerweile ein fester und wichtiger Bestandteil der Americana. Bochmann: „Die Reined Cow Horse Futurity wird immer stärker. Sie ist neben Reining und Cutting ein ideales drittes Standbein der Americana und passt phantastisch in unser Konzept, das natürlich auch die anderen Disziplinen nicht vergisst.“



Filipo Masi: „Die Americana ist ein ganz besonderes Event“

Wie etwa die Pleasure. Bochmann: „Nie zuvor wurden bei der Americana so schöne und gute Pleasure-Prüfungen wie in diesem Jahr geboten.“ Auch hinter den Kulissen passte alles. Bochmann: „Besonders die Teilnehmer haben gemerkt, das hier ein eingespieltes Team mit Herz ihre Aufgaben wahrnimmt. Und die zeitliche Trennung von Reining und Cutting hat zudem den Andrang bei der Meldestelle entzerrt.“ Sehr gut aufgenommen wurde von den Teilnehmern auch das erstmals angebotene Paid Warm Up und das zum dritten Mal angebotene Practice Pen für die Cutter. Wie wohl sich die Reiter in Augsburg fühlten, fasste der italienische Crack Filipo Masi zusammen: „Ich habe dieses Jahr kein wirklich starkes Pferd passend zur Americana zur Verfügung. gehabt. Aber ich würde selbst ohne Pferd zur Americana kommen. Die ist einfach ein ganz besonderes Event“.



Martin Larcombe wiederholt seinen Americana-Triumph!


Erstmals schaffte es ein Reiter, die große NRHA Bronze Trophy Open der Americana zum einen überhaupt zum zweiten Mal und dann auch noch in Folge zu gewinnen. Die Verneigung gebührte dem Australier Martin Larcombe. Congratulations! Er kam vor voller Halle im Finale mit seinem siebenjährigen Quarter-Hengst Red Chic Peppy auf 221,5 Punkte. 2004 hatte Larcombe diese Prüfung auf Arc Oak Enterprise gewonnen. Und nicht zu vergessen. Mit dem in diesem Jahr vorgestellten Red Chic Peppy war er zudem Achter bei der Americana Bronze Trophy 2004 (damaliger Score: 216,5) gewesen.
Sein stärkster Konkurrent im Finale war der Vorlaufsbeste und WM-Mannschafts-Bronze-Gewinner Dario Carmignani,. der auf Skeets Dun zu 220 Punkten kam. Den dritten Rang teilten sich die Belgierin Ann Poels auf Codys Diamond und Marco Petinari auf Let Me Out Please (jeweils 219,5). Für Sylvia Rzepka auf Golden Mac Jac reichte es bei 219 Punkten im Tie mit Adriano Meacci zum fünften Platz.

Einen Sieg landete Sylvia Rzepka auf Golden Mac Jac dagegen in der NRHA Maturity. Die beiden lieferten einen wunderschönen Ritt in gewohnt harmonischer Weise, wobei sie in fast jedem Manöver plussen konnten. Sylvia Rzepka und Golden Mc Jac, die bereits mit einer 220,5 den Vorlauf gewonnen hatten, legten im Finale noch mal eins drauf. Die beiden zeigten einen technisch perfekten, harmonischen Ritt, der in drei wunderschönen Stops mündete. Die Richter belohnten diesen ‚Vorzeige-Ritt’ mit 222 Punkten. Auf dem zweiten Platz folgte Grischa Ludwig mit seinem Kaderpferd Coeur D Wright Stuff (219).



Bernard Fonck souverän auf Platz 1 und 2


Zwei Pferde hatte der Belgier Bernard Fonck im Reining Futurity-Finale 3-years Open – und beide ritt er im Endlauf mit wunderschönen Leistungen auf Platz 1 und 2. Futurity Champion wurde der WM-Reiter und Weltranglistenzweite mit ND Miss Sailo Jac, einer Stute im Besitz von Nathalie Derua. Der Score: 218,5. Gleichzeitig sicherte er sich mit Select A Star, der Stute, mit der er Zweiter im Vorlauf war, den Reserve Champion-Titel mit 217,5 Punkten.
Vern Sapergia und Peanuts Kid gewannen das NRHA Reining Derby Open
Von ursprünglich 26 Startern hatten sich 15 fürs Derby-Finale qualifiziert, wofür mindestens 211,5 Punkte erreicht werden mussten. Es wurde ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem ersten und zweiten Platz. Rudi Kronsteiner (AUT) legte als sechster Starter die Messlatte an. Mit Chic N Roost, einem 4-jährigen Hengst im Besitz der Französin Priscilla Jacquard, ging der Österreicher auf volles Risiko und beendete den Ritt mit einem +1-Spin und damit insgesamt 220,5 Punkten. Damit schien lange Zeit der Sieg fest zu stehen – bis Vern Sapergia als drittletzter Reiter die Bahn betrat.

Mit Peanuts Kid zeigte er vor dicht gedrängten, tobenden Zuschauertribünen Reining vom Feinsten: ein schneller, technisch ganz feiner und harmonischer Ritt mit einem offensichtlich zufriedenen Pferd. Der kanadische Trainer ritt den 4-jährigen Wallach der Österreicherin Claudia Klusarits auf den Top Score 221, wobei er Peanuts Kid in jedem Manöver in den Plusbereich brachte.

So wurde Rudi Kronsteiner Reserve Champion. Platz 3 ging mit drei Punkten Abstand an den Belgier Bernard Fonck mit der einzigen Stute des Feldes, Whiz N Merida. Der derzeitige NRHA-Weltranglistenzweite und WM-Starter brachte Piet Mestdaghs Stute auf eine 217,5. Bernard Fonck brachte zudem sein zweites Pferd FB Junior mit einer 214 auf Platz 7.  

Sieben Starter verzeichnete die Freestyle Reining Open. Szenenapplaus und Anfeuerungsrufe der Zuschauer trieben Reiter und Pferde an. Zwei Teilnehmer stachen mit einer besonders gelungenen Vorstellung heraus: Uschka Wolf (GER) erzählte mit ihrer Quarter Horse-Stute Jacs Smokey Maid eine Geschichte aus dem Morgenland und brachte das Publikum zu Begeisterungsstürmen: in der Sandwüste des Orients klaut ein Beduine dem schlafenden Besitzer das Pferd. Ohne Zaumzeug, nur mit Halsring!, rauschte die Reiterin durch die Nacht. Eine sehr harmonische und trotzdem rasante Vorstellung in aufwendigen Kostümen, die den Besuchern eine Gänsehaut über den Rücken laufen ließ. Besonders beeindruckend, dass alle Manöver trotz dieses hohen Schwierigkeitsgrads von den Richtern im +0,5-Bereich bewertet wurden.

Ebenfalls einen mitreißenden Ritt lieferte Ricky Bordignon (ITA) auf seinem Quarter Horse-Hengst The Little Fighter. Zu Musik von Christina Aguileira zeigte er sich als Phantom im schwarzen Frack, Hut und mit Augenklappe, sein Palomino glänzte gold-metallic im Scheinwerferlicht. Auch hier war der Schwierigkeitsgrad hoch: Ohne Sattel präsentierte er einen Ritt mit viel Tempo, der die Zuschauer mitriss. Stops, Rollbacks und Spins –  kein Problem auf dem blanken Pferderücken. Die Spins waren rasend schnell und dennoch sauber -  sie wurden von den Richtern mit Scores bis zu +1,5 bewertet!

Wer von den beiden würde aber gewinnen? Am Applaus der Zuschauer war das Ergebnis nicht abzulesen, gab es doch für beide Ritte wahre Begeisterungsstürme. Mit einem Gesamtscore von 225,5 gewann schließlich Ricky Bordignon, Uschka Wolf kam auf den zweiten Platz mit 221 Zählern. Dritte wurde Sita Stepper (GER) auf dem Quarter Pony Blues Starlight mit einem Score von 211,5. Mit Schnorchel, Strohhut und Schwimmflossen ritten sie und ihr Pferd in den Badeurlaub.  

Von Elvis über Barbie bis hin zu Mozart – mit vielgestaltigen Kostümen präsentierte sich die Freestyle Reining der Non Pros, in der neben zwei Amateuren auch vier Jugendliche starteten. Minnie Mouse alias Melina Hugelshofer (CH) gewann die Prüfung schließlich mit Jacs Royal Paco. Im roten Disney- Kostüm und mit Schirmchen lieferte sie einen sauberen Ritt und scorte  eine 211,5. Und machte sich damit zu ihrem 12. Geburtstag ein besonders schönes Geschenk.



10 Italiener gegen eine US-Amerikanerin und einen Deutschen

10 Italiener, eine US-Amerikanerin mit zwei Pferden und ein Deutscher traten zum Finale der ECHA European Cutting Championship Open 2006 vor ausverkaufter Kulisse in der Augsburger Schwabenhalle an. Der deutsche Teilnehmer: Der junge Malte Döring, vor zwei Jahren Fünfter dieser Prüfung. Wie würde er sich gegen die superstarke Konkurrenz behaupten können?



Ein Zauberritt von Gianluca Marchesini

Gianluca Marchesini, 2004 auf San Sugar Lena Sechster der Cutting-Entscheidung bei der Americana, ließ es auf Lenas Starfish als zweiter Finalstarter so richtig krachen. Eine super Arbeit am ersten Rind bis zur totalen Querlage, dann noch mal eine klasse Arbeit an der zweiten Kuh und letztlich ein in der Mitte hypnotisiertes, von der Arbeit des Pferdes geradezu „gefesseltes“ drittes Rind. Wahnsinn. Das begeisterte Publikum tobte. Der Blick zur Anzeigentafel: und dann…der Score: 150! Was für eine Marke.

Es sollte auch der beste Ritt des Finales bleiben. Doch würde es auch zum Gesamtsieg reichen? In der Addition legte Gianluca Marchesini 439,5 Punkte vor.


Malte Döring und Kiss My Cat geben alles

Auch bei Malte Döring auf Kiss My Cat ging die Post ab: Eine super Arbeit am ersten Rind, wie bei Marechesini extreme Katzensprünge bis in die extreme Querlage. Gleich beim ersten Cut-Sprung ging die Pferdebrust bis auf den Boden. Und Malte Döring legte auch mit dem zweiten Rind eine phantastische Arbeit hin. Dann die Score-Durchsage: 145! Schnell gerechnet…und damit gesamt 438 Punkte. Am Ende der dritte Rang für den so jungen Mann inmitten dieser abgebrühten Cutter.



Jetzt fiel die Entscheidung: 145,5 als Vorgabe für Munarini

Jetzt aber musste die Entscheidung um die Titelvergabe fallen. Gianluca Munarini stand mit seinem zweiten Pferd, dem achtjährigen Starlight Elan, bereit. 145,5 Punkte waren jetzt seine Vorgabe, um an Gianluca Marchesini noch vorbeiziehen zu können.



In 22 Sekunden entscheidet sich die Titelvergabe

Aber das ging gar nicht gut los. Das erste Rind wollte überhaupt nicht mitspielen. Keine Punkte. Jetzt schnell das zweite Rind vom Rand abgetrennt – die Zeit läuft. Hopp oder Top. Aber auch das Rind gibt nicht viel Gelegenheit für Plus. Zu viel auf der langen Linie. Schnell aufhören und noch ein drittes Rind. Noch mehr Hopp oder Top. Schnell abgetrennt. Noch 22 Sekunden Zeit! Und jetzt geht die Post ab. Zack, zack. Von einer Seite zur anderen. Die letzten Sekunden. 5 extreme Quersprünge genau auf der Mitte. Punkt für Punkt. Wie haben die Richter entschieden? Die Luft knistert. Dann die Durchsage: 148 Punkte. Acht Punkte in den letzten 22 Sekunden! Und damit auch genug für den Gesamtsieg: Gratulation an Gianluca Munarini, den alten und neuen Europameister, in diesem Jahr Gold mit Starlight Elan. Und fest stand nun auch, dass Gianluca Marchesini mit Lenas Starfish neuer Vize-Europameister Cutting ist.

Der Marler Jürgen Döring wurde mit Kiss My Cat Europameister 2006 in der Non Pro Cutting auf der Americana. Die beiden hatten im Vorlauf mit einer 148 Top Score erritten. Im zweiten Go, der gleichzeitig Finale war, genügten sein zweiter Platz und der Score von 146 Punkten für den Gesamtsieg in dieser Prüfung. Mit 294 Punkten setzte er sich mit dem sechsjährigen Quarter Horse Hengst Kiss My Cat souverän an die Spitze eines 25-köpfigen Starterfeldes.



Titelverteidiger Markus Schöpfer führte BBR Perfect Time zum Futurity-Sieg

Nicht umsonst schmückte er das diesjährige Americana-Plakat: der Turiner Markus Schöpfer wiederholte seine tolle Leistung vom Vorjahr: er brachte zuerst alle drei Pferde ins Finale und führte bereits nach den Vorläufen. Mit BBR Perfect Time, einer 4-jährigen Quarter Horse Stute im Besitz von Romina Santucci wurde er ERCHA Futurity Champion 2006. Die beiden legten eine 142 in der Herd Work vor, legten eine 143 in der Reined Work nach und beendeten die Cow Work mit einer 138, was insgesamt 423 Punkte ausmachte.

Und das war nach dem Go eher eine Überraschung. Denn eben mit diesem Pferd hatte er es im Go nur hauchdünn in das Finale geschafft. Zur Erinnerung: Im Vorlauf hatte er mit einer 137 in der Herd Work begonnen, und dann mit einer 131,5 in der Reined Work noch mehr an Boden verloren. Mit einer 139 in der Cow Work und gesamt 407,5 reichte es dann gerade so für die Qualifikation. Das sah dann im Finale ganz anders aus.

Wie im Vorjahr wurde Markus Schöpfer zudem Reserve Champion – dieses Mal mit dem 3-jährigen Appaloosa Hengst  Ma Powersign im Besitz von Marco Brunetti (421,5 Punkte). Zudem hatte Schöpfer das beste Ergebnis in der Reined Work mit seinem dritten Pferd Peptos Lil Bingo, einem 4-jährigen Hengst im Besitz von Braam Quarter Horses, NED: 147 Punkte! Insgesamt bedeutete dies 419 Punkte und Platz 5. Zweifacher Dritter wurde mit einer 419,5 Eugenio Latorre mit Spirit of Valentine bzw. Hezachic N Pride.

Zehn Reiter gingen ins Finale der ERCHA Working Cowhorse Open. Strahlender Sieger und neuer Europameister bei der Americana wurde schließlich der Österreicher Gerold Dautzenberg mit Sanita Chic Olena. Die beiden waren als Zweite aus dem Vorlauf gekommen und hatten den drittbesten Score in der Dry Work (Score 142,5) sowie eindeutig die beste Fence Work (145 Punkte). Mit einem Score von 287,5 setzte sich Gerold Dautzenberg an die Spitze des Finalistenfeldes.

Nur einen halben Punkt dahinter landete der Italiener Riccardo Nicolazzi mit dem 11-jährigen Quarter Horse Hengst Lil Smart Playboy auf dem zweiten Platz. Die beiden brillierten insbesondere in der Dry Work (144). Mit dem zweitbesten Score von 143 Punkten in der Fence Work ergab dies insgesamt 287 Punkte.

Bester Deutscher war Philipp Martin Haug mit Wolfgang Dalicks Slidin On Diamonds. Der erst 6-jährige Hengst, der erst  vor wenigen Wochen FEQHA Europameister Senior Working Cowhorse wurde, beeindruckte gleich als erster Starter mit einem sehr schönen, sauberen Durchgang. 140,5 in der Dry Work und der zweitbeste Score in der Fence Work (143) ergaben zusammen 283,5 Punkte und damit Platz 3.



Hattrick für Gerold Dautzenberg und Sanita Chic Olena

Es sah zwar nach den Vorläufen ohnehin so aus, als ob dem Vorlaufssieger Gerold Dautzenberg und seinem alt verdientem ‚Kempen’ Sanita Chic Olena nichts mehr passieren könnte. Doch der 68-jährige Österreicher war nach seinen Erfahrungen in der Reined Cow Horse Non Pro sehr vorsichtig geworden. Dort hatte er mit fast 19 Punkten in den ersten Teilprüfungen geführt, bevor ihm sein Pferd Smart Rip einen Strich durch die Rechnung machte.

Doch auf Sanita Chic Olena war wie immer Verlass. Der Wallach, der übrigens das erste Superior Cowhorse Europas ist, erzielte im Finale eine 139 in der Dry Work und brillierte wie immer besonders in der Fence Work. Hier hatte der Sohn des berühmten Smart Chic Olena aus einer Tochter von Sonitas Last das beste Ergebnis dieser Klasse: 143 Punkte. Damit setzte er sich überlegen mit einer 570,5 Gesamtscore an die Spitze, was den dritten Sieg in Folge in dieser Prüfung auf der Americana bedeutete. Das Paar hatte bereits sowohl 2002 als auch 2004 den Europameistertitel davongetragen.



Doppelsieg für Markus Schöpfer

Diese Premiere war zugleich das erste Finale der Americana 2006: Die Two-Rein Open feierte in diesem Jahr in Europa und damit auch in Augsburg seinen Einstand. Die Two-Rein Open ist eine Working Cowhorse-Prüfung für Pferde, die vom Bosal ins Bit umgestellt werden. Ab sechs Pferdejahren möglich, kann das Pferd in einem Jahr in dieser Prüfung vorgestellt werden – und zwar wie der Name sagt, mit zwei Zäumungen gleichzeitig. Das Bit wird dabei vom Reiter vor allem als Unterstützung für die „seitlichen“ Befehle eingesetzt.

Den Sieg sicherte er sich mit Remilore (Dry Work: 144, Fence Work: 137, gesamt: 281). Remilore ist den Americana-Besuchern gut bekannt. Vor zwei Jahren gewann der jetzt sechsjährige Quarter-Hengst ebenfalls unter Markus Schöpfer die Reined Cowhorse Futurity in Augsburg.

Den zweiten Rang sicherte sich Markus Schöpfer auf Smokin Marquita (140,5/127/267,5). Nur einen halben Zähler zurück wurde Ricky Bordignon auf Snapper Peppy Dritter (139/128/267). Snapper Peppy war übrigens bei der Reined Cowhorse Futurity der Americana 2004 Zehnter geworden. Der vierte Rang ging an Filippo Masi auf Docs Black Quixote (137,5/126/263,5).



World Open Trail All Ages ging an Pierre Quellet / Titel für Anna Limmer


Von 40 Pferd-Reiter-Kombinationen im Vorlauf schafften es zehn ins Finale des höchstdotierten Trail Europas, des World Open Trail All Ages. Und Weltklasse-mäßig war auch der Trailparcours. Wer hier nicht ein absolut rittiges, auf feinste Hilfen reagierendes Pferd besaß, hatte keine Chance. Mit einer 145 gewann Pierre Quellet mit Mate Prise Destava diese Prüfung. Der Kanadier kam mit der drittbesten Wertung aus dem Vorlauf  und konnte sich im Finale nochmals steigern. Die Europameister-Schärpe blieb ihm als Nicht-Europäer allerdings verwehrt. Diese ging an die Zweitplatzierte Anna Limmer (GER) mit Hesa San Joe. Die Americana Trail Siegerin 2002  brachte es auf 143 Punkte und ritt zudem ihr zweites Pferd Circles Poco auf Platz 4 in dieser Prüfung. Dritte wurde die Vorlaufsbeste Julia Moosbrugger mit der vielfach erprobten 11-jährigen Scotch Pepsi (128,5

Fazit: Vieles blieb unerwähnt

Diese Zusammenfassung gibt nur einige wenige Höhepunkte aus der Geschichte derAmericana wider. Bei der ersten Americana 1986 in München-Riem gewann übrigens Michael Marquard z.B. die Senior Reining. Dies noch mit einem Stop von nur drei Metern. Und doch war es für die damalige Zeit ein toller Erfolg, bei dem das Publikum begeistert mitging.

Auch Kay Wienrich feierte große Erfolge in der Reining und der Working Cow Horse mit Doc Chex.  Ricky Bordignon gewann auf der Americana den Titel des Open European Champions im Cutting, Maik Bartmann in der Working Cow Horse. Viele Reiter der 15 teilnehmenden Nationen gewannen Championtitel in den verschiedensten Open und Non-Pro Disziplinen.

Bedanken möchte sich Horst Geier aber auch bei den Trainern, wie etwa Kay Wienrich, Reinhold und Maik Bartmann, Grischa Ludwig, Markus Schöpfer und vielen anderen, die mit artistisch einstudierten Showeinlagen die Besucher der Americana-Abendshows immer wieder begeisterten.



Americana förderte den Westernreitsport in Europa entscheidend

Der Gedanke, eine für alle Reiter und Rassen offene Veranstaltung von dieser Bedeutung durchzuführen, hat sich bewährt. Alle Westernpferderassen - vom Quarter Horse, Paint Horse und Appaloosa bis zum Haflinger - sind bei der Americana am Start. Auf der Americana einen Titel zu gewinnen, ist für jeden Reiter ein ganz besonderes Ereignis und schon in die Final-Entscheidungen der zu kommen, ist bereits ein sehr großer Erfolg.

Viele berühmte Trainer aus den USA – wie Tim und Mandy McQuay, Martin Larcombe, Shawn Flarida, Carl McCuistion, Bozo Rogers, Scott McCutcheon, Francois Gauthier, John Hoyt, Don Boyd, Todd Arvidson, Dean Latimer, Jeff Kasten, Andrea Fappani, Fred Berschauer, Rocky Dare, Craig Schmersal. Dough Milholland, Joe Hayes, Dell Hendricks, Todd Summers, Kim Dierks, Marcy Ver Meer, Tom Lions und natürlich auch der Eigentümer von Smart Chic Olena, Jim Babcock, - haben nicht nur die tolle Atmosphäre und das gute bayerische Bier auf der Americana genossen, sondern sind auch durch die Americana für die europäischen Westernreiter zu einem Begriff geworden.

Zugleich haben die zahlreichen Topstars mit ihrer Teilnahme an der Americana dazu beigetragen, den Westernreitsport in Europa zu einem Begriff zu machen. Und darüber hinaus haben diese Stars der Szene die Americana in fast allen Kreisen des Westernreitsports auch in den USA bekannt gemacht.

Die Americana hat dem Reining-Sport in Europa zu einem größeren Durchbruch verholfen als jede andere Veranstaltung und sorgt immer noch dafür, neue Anhänger für den Westernreitsport zu gewinnen. So konnte etwa die DQHA kürzlich ihr 5.000. Mitglied begrüßen: Die Ärztin Barbara Schmor gab selbst an, durch die Americana zum Westernreiten gekommen zu sein.

Und die Story der Americana hat noch lange kein Ende – see you in Augsburg vom 31. August bis  7. September 2008!

 

Quelle: www.americana.de